Alliierte Waffen zur Abwehr und Bekämpfung deutscher U-Boote im Zweiten Weltkrieg

 

Hedgehog System:
Die Waffe bestand aus einen Rahmen, in dem 24 Bomben auf festgelagerten Zapfen abgelegt werden konnten. Zapfen waren im Winkel zueinander angeordnet,
so dass die Bomben kreisförmig in einem Durchmesser von ca. 40  Meter abgeschossen wurden. Sprengkraft der Bomben: 9,1kg, später 13,6 kg Sprengstoff.
Die Bomben explodierten erst beim Auftreffen auf das Ziel.
Hedgehog erwies sich zunächst als Enttäuschung (mangelnde Einweisung der Besatzung, schlechte Wartung)
Erfolgsrate des Systems Anfang 1943: 8,3%
Vergleich herkömmliche Wasserbombe: 4,5 %
1944: 21,5 %, herkömmliche Wasserbombe 7,1 %

Wenig bekannt ist auch die Tatsache dass die Alliierten einen luftgestützten akustischen Zielsuchtorpedo gegen U-Boote einsetzten

Das Waffensystem "Mark 24 Mine" unterlag einer so strengen Geheimhaltung dass absichtlich dieser irreführende Name gewählt wurde!
Laufgeschwindigkeit der Waffe: 12kn
Abmessung: ähnlich dem Standardtorpedo
2,14m lang, 290kg schwer
Größe des Gefechtskopfes 42kg
Funktion des "Mark 24 Mine" (Spitzname: wandering Annie)

Die Waffe wurde auf den vom U-Boot beim Alarmtauchgang zurückgelassenen Tauchwirbels gezielt und aus etwa 75Metern abgeworfen.
Nach Eintritt ins Wasser begann der Torpedo sein Suchmuster (Kreis von ca. 3650m Umfang Durchlauf)
Dabei orientierte er sich nach den charakteristischen Kavitationsgeräuschen der Schraube des U-Bootes.
Nahm der Zielsuchkopf die Geräusche war, schätzte er die Richtung und Tiefe, und die Waffe steuerte in diese Richtung bis sie auftraf
Maximallaufzeit der Waffe: ca. 10min. (nach Ablauf der Zeit sank die Waffe auf den Grund um nicht dem Feind in die Hände zu fallen).
Ersteinsatz der Waffe: 

- Mai 1943 (Geleitzug HX.237 und SC.129),
Liberator, No 86 Squadron, Pilot Flight Ltd. J.Wright
Ziel: U 456 (wurde zum auftauchen gezwungen und anschl. am nächsten Tag durch Geleitschiffe versenkt)
- Am 14.Mai 1943 wurden zwei weitere U-Boote durch die Waffe versenkt (U226, U657)
- Von 1943 bis 1945 wurden 346 Mark 24 Mines bei Kampfhandlungen abgeworfen, dabei wurden 38 U-Boote versenkt (weitere 33 wurden beschädigt)
Erfolgsrate des Waffensystems: ca. 20%
Das machte diese Lenkwaffe zur erfolgreichsten ihrer Art im 2.Weltkrieg

Im Juni 1944 wurde I.52 (das sagenumwogene Gold U-Boot der Japaner) von einem Nachfolger dieser Waffe versenkt (hierbei wurde auch eine Sonarboje abgeworfen, so dass die Flugzeugbesatzung die Schraubengeräusche des U-Bootes hören konnte!!!).

Um die neue Generation der akustischen zielsuchenden Torpedos abzuwehren entwickelten die Alliierten ein simples Gerät mit Namen Foxer.
Das waren geschleppte Geräuschquellen. Diese bestanden aus zwei Eisenrohren die lose zusammengebunden waren und ständig aneinander schlugen.
Dadurch wurde der Akustiksuchkopf des Torpedos abgelenkt und die Waffe explodierte harmlos hinter dem Schiff.

Sehr von Nutzen war auch ein Kurzwellenpeiler, (HF/DF-Gerät) Huff-Duff genannt.
Dieses Gerät gestattete einem U-Jagd Geleitfahrzeug entlang einer Peillinie auf den unvorsichtigen Sender (deutsches U-Boot) um ihn zu vernichten.

März 1942 wurden endlich auch Bomber mit Radar ausgestattet um U-Boote auch effektiv bei Nacht oder geschlossener Wolkendecke anzugreifen (vorher konnten angreifende U-Boote in der Nacht nur mit Artillerie und Leuchtkugeln angegriffen werden)

1944 erhielten die Geleitschiffe den Squid-Mörser, der 3 Bomben von je 91 kg Sprengkraft 300 Meter weit wegschoss.
Der Mörser war übrigens gegen Schiffsbewegungen stabilisiert. Auch war die Elektronik mittlerweile soweit fortgeschritten das über Asdic empfangene Daten die Squid-Bomben automatisch scharf machten welche dann das Ziel eingabelten und vernichteten.

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