Das RADAR
("Radio Detecting and Ranging")
Die Idee zum Radar hatte Nikola Tesla bereits im Jahr 1900,
Erste praktische Versuche 1909 von Christian Hülsmeyer (1881-1957),
1904 baute Hülsmeyer ein Gerät, das Schleppkähne auf 500 m erkennen konnte,
ab 1930 Förderung der Entwicklung des Radars durch das Militär,
1931 installierten zwei britische Techniker erstmals ein Radar auf einem Schiff,
und bereits 1936 erhielt der französische Passagierdampfer
"Normandie" ein Radargerät zur Eiswarnung. Das deutsche Interesse an
diesem Gerät begann erst mit der Gründung von "GEMA" 1934. Da waren
die Briten bereits wesentlich weiter, denn schon 1934 ortete ein britisches
Radar erstmals ein Flugzeug in 24 km. Ab 1936 baute Deutschland zunächst
lediglich ein Radar zur Luftabwehr, also Bodenstationiert.
Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte Deutschland nacheinander
verschiedene Geräte auf dem Prinzip der Funkmess-Strahlen (also Radar) für
Flugzeuge oder U-Boote, die aber bei weitem nicht die Leistung des Radars auf
alliierte Flugzeuge und Schiffe hatten.
1940 hatten die deutschen lediglich bodenstationierte Radaranlagen, von denen
Abfangjäger ihre Daten bekamen. Diese am Boden stationierten Funkmessgeräte
lieferten aber ziemlich ungenaue Daten, was den Schluss aufkommen ließ, dass
die auf Dauer einzig sinnvolle Möglichkeit die Ausrüstung der Flugzeuge selbst
mit elektronischen Mitteln war.
Daraufhin kam im Frühjahr 1941 der aktive Infrarotsensor Spanner I, kurz darauf
gefolgt vom passiven Sensor Spanner II, in den Truppendienst. Der Spanner II
wurde sehr bald für nutzlos empfunden und der Spanner I wurde in Flugzeuge vom
Typ Do 17Z Kauz II eingebaut. Dies änderte aber wenig an der Forderung nach
einem Bordradar. Telefunken entwickelte deshalb aus dem Radarhöhenmesser
Lichtenstein B das FuG 202 Lichtenstein B/C, das Ende April 1941 in Serie ging.
Zwischenzeitlich hatten sich die Bf 110 und die Ju 88 als beste Nachtjäger
erwiesen, weil bei ihnen die Möglichkeit vorhanden war, 2 bis 3
Besatzungsmitglieder, ein Radargerät sowie genügend Bewaffnung samt Munition
und Treibstoff für einen ausreichend langen Einsatz mitzunehmen und sie auch
dann noch genügend Leistung für den eigentlichen Abfangeinsatz besaßen.
Damit waren aber noch längst nicht alle Probleme beseitigt: das Antennenpaket
des Radargeräts und dessen Gewicht verringerten die Flugleistungen erheblich,
zudem war man immer noch auf Bodenstationen angewiesen, weil das Bordradar nur
über eine Reichweite von etwa 4000 Metern verfügte. Auch die Auslieferung der
aufgrund dieser Probleme zunächst von den Piloten wenig geliebten Geräte lief
nur sehr schleppend.
Aus dem FuG 202 Lichtenstein B/C wurde 1942 das leichtere und einfacher zu
bedienende FuG 212 Lichtenstein C-1 mit variabler Frequenz, um Störungen durch
die RAF zu vermeiden, entwickelt.
1944 entstand dann mit dem FuG 220 Lichtenstein SN-2 ein komplett neues Radar,
das auf einem Seezielradar basierte. Aufgrund der gewählten längeren Wellenlänge
entgegen dem von der RAF nachgegangenen Trend zu Zentimeter-Wellenlängen war es
anfangs sehr erfolgreich. Als dies von Seiten der RAF unter Kontrolle gebracht
wurde, baute man auch hier die Möglichkeit ein, die Frequenz zu variieren.
Ein großer Nachteil des FuG 220 war aber die Mindestreichweite von 300 Metern.
Diese ganzen Entwicklungen im Bereich der Radargeräte, wie zum Beispiel dem FuG
218 Neptun oder dem FuG 350 Naxos Z, konnten den Kriegsverlauf jedoch nicht mehr
beeinflussen. Denn bereits ab 1942/43 verfügten fast alle alliierten Schiffe
und Jäger über leistungsstärkere Radargeräte.
Link zu weiteren Infos über Entwicklung und Wettlauf des Radar im Zweiten Weltkrieg:
ZDF:
"Mission X: Duell im Dunkeln."