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Revolution in Berlin 1918
Die
Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg endete mit dem Untergang der
deutschen Monarchie unter Wilhelm II. Nach dem Scheitern der
Marne-Schlacht wich der chauvinistische Taumel im Heer und in der Heimat
und es kam die Ernüchterung. Die Schlachten in der Champagne, um Verdun
und an der Somme, die Millionen Opfer forderten, machten die
Aussichtslosigkeit des Krieges sichtbar.
Am 3. März 1918 wurde das Friedensdiktat in Brest-Litowsk mit dem Osten
unterzeichnet. Eine am 21. März im Westen eingeleitete deutsche Offensive
brachte zwar anfänglich einige Erfolge, aber im Juli 1918 ging die
Entente zur Gegenoffensive über.
Angesichts der unabwendbaren militärischen Niederlage und das Heranreifen
einer revolutionären Situation wurde auf Grund einer Verfassungsänderung
die parlamentarische Verantwortlichkeit der Regierung eingeführt. Am 3.
Oktober 1918 wurde Prinz Max von Baden Reichskanzler.
Der Krieg war für Deutschland verloren, daran zweifelte Niemand mehr.
Trotzdem befahl Admiral Scheer ende Oktober, dass die deutsche Flotte
nocheinmal zu einem letzten Vorstoß auslaufen. Er wollte, dass die Flotte
im Kampf gegen die überlegene britische Schlachtflotte traditionsgemäß
mit wehender Flagge untergeht. Nun aber verweigerten die Matrosen ihrem
Admiral den Gehorsam. Warum sollten 80.000 Mann sterben, wo ja doch nichts
mehr zu retten war. Sie löschten die Feuer in den Kesseln, hissten die
rote Fahne und verhinderten das Auslaufen der Schiffe. Der Funke des
Aufstandes sprang am 3. November ins Kieler Binnenland über. Bereits
einen Tag später führte der bewaffnete Aufstand in Kiel zum Sieg.
Diese revolutionäre Welle überflutete innerhalb weniger Tage ganz
Deutschland. Am Mittag des 9. November verkündete Karl Liebknecht vom
Balkon des Berliner Schlosses die "Sozialistische Republik".
Der Vorstand der SPD versuchte, die Lage in eine andere Richtung zu
lenken. Friedrich Ebert verlangte vom Prinzen Max, dass er die Regierung
den Sozialdemokraten übergebe, was dieser am Abend des 9. November tat.
Philip Scheidemann verkündete vom Balkon des Reichstages die Freie
Deutsche Republik.
In der Nacht zum 10. November 1918 verließ Wilhelm II das Reich. Seine
Fahrt nach Holland war nicht als Flucht gedacht. Er glaubte seinem Volk
einen Dienst zu erweisen, er wollte Bürgerkrieg und Blutvergießen
vermeiden.
Am 11. November 1918 wurde dann im Wald von Compiegne im Salonwagen des
siegreichen Marschall Foch der Waffenstillstand unterzeichnet.
Die Regierung Ebert - Scheidemann und die kaiserlichen Generale ließ
unter dem Befehl des rechten Sozialdemokraten Noske im Januar 1919 die
sozialistische Revolte in der Hauptstadt blutig niederwerfen. Karl
Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden am 15. Januar ermordet.
Aus
einer durchgeführten Wahl zur Nationalversammlung ging die SPD als stärkste
Fraktion hervor.
Am 28 Juni 1919 wurde in Versailles der Friedensvertrag mit der Entente
unterzeichnet. Deutschlands Kolonien teilten sich die Sieger des Krieges
untereinander auf. Die deutsche Rüstung wurde vertraglich beschränkt,
das Heer auf 100.000 Mann begrenzt. Deutschland wurde verpflichtet, an den
Siegern Reparationen zu zahlen dessen Höhe aber noch nicht feststand.
Der Versuch militärischer Formationen unter der Leitung des Industriellen
Wolfgang Kapp und des Generals von Lüttwitz im März 1920 die Weimarer
Republik zu stürzen, wurde durch Eingreifen des proletarischen Volkes
vereitelt (Kapp-Putsch).
Auf der Höhe der Nachkriegskrise besetzten am 11. Januar 1923 französische
und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt.
Nach dem Krieg wurde 1920 die Nationalsozialistische Arbeiterpartei
(NSDAP) von Leuten gegründet, die den Vertrag von Versailles und die
Niederlage Deutschlands nicht anerkennen wollten. Ihr Führer wurde ein früherer
gescheiterter Kunstmaler, der im Krieg als Freiwilliger im bayrischen
Regiment List gekämpft hatte, und der unter den bayrischen
Rechtsradikalen die stärkste politische Kraft war: Adolf Hitler (geb.
1889).
In der Nacht zum 9. November 1923 verkündete Adolf Hitler im Keller des Bürgerbräu
zu
München in Gegenwart des völlig überraschten Generalstabskommissars
von Kahr und des Reichswehrgenerals von Lossow die nationale Revolution.
Der dann von Hitler und General a.D. Erich Ludendorff
angeführte Marsch
auf die Münchener Feldherrnhalle brach unter den Schüssen der von Kahr
und Lossow informierten Landespolizei zusammen. Zwei Tage später wurde
Hitler und einige Mitverschwörer verhaftet und zu Festungshaft
verurteilt. Hier schrieb Hitler in den Buch "Mein Kampf" seine
Eroberungs- und Rassentheorien nieder.
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Hitler
bei der Parade zum
"Deutschen Tag" 1923 |
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Paul
von Hindenburg |
Am
26. April 1925 wurde der ehemaligen Generalfeldmarschall Paul von
Hindenburg (Foto) zum Reichspräsidenten gewählt. Der Rechtsradikalismus blühte
in den folgenden Jahren auf.
Die Weltwirtschaftskrise, die 1929 in den USA begann, wirkte sich
besonders tief auf Deutschland aus. 1932 gab es 6. Millionen Arbeitslose
im Reich. Diese Krise nutzte die NSDAP geschickt aus. Hauptbestandteil der
Ideologie der NSDAP, dem Faschismus, war ein zügelloser Antikommunismus
verbunden mit Rassismus, insbesondere Antisemitismus, mit der Legende vom
"Herrenvolk", dem es an Raum mangele, mit der Demagogie von
einer "Volksgemeinschaft", die nach Beseitigung der
demokratischen Rechte Wirklichkeit werden sollte. Diese Demagogie verband
sich von Anfang an mit Terror, vor allem gegen die Kommunisten, aber auch
gegen Sozialdemokraten.
Die Wahl vom 14. September 1930 brachte der NSDAP einen großen
Stimmenzuwachs. Und nachdem die Wirtschaftskrise im Herbst 1932 ihren Höhepunkt
überschritt, forderten die entscheidenden Amtsträger des deutschen
Finanzkapitals ausdrücklich die Einsetzung einer Regierung unter der Führung
der von ihnen schon länger unterstützten NSDAP.





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