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(1) Hitler mit den Generalen Adolf
Heusinger, Friedrich Paulus und Georg von Sodenstern
Immerwieder
hört und liest man, dass der Zweite Weltkrieg entstand, weil neben Hitler
auch die Generale der Reichswehr/Wehrmacht Krieg wollten, aus
revanchistischen, revisionistischen und ähnlichen Gründen. Diese
Darstellung negiert aber die verifizierbaren historischen Fakten, die ein
anderes Bild ergeben.
Ich will versuchen, dass im folgendem darzustellen:
Zunächst einmal kommt man nicht umhin anzuerkennen, wenn Hitler noch
im Frühjahr 1939 beseitigt worden wäre - oder einfach plötzlich
verstorben wäre -, hätte es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben!!!
Denn Göring hatte nicht die Courage, einen Weltkrieg anzuzetteln. Die
Generale waren sich der Risiken viel zu sehr bewusst, hätten wohl am Ende
auch nicht den Schneid gehabt. Himmlers Macht war nicht groß genug.
Goebbels war ohne seinem Mentor Hitler ein Nichts. Und die restlichen Schießbudenfiguren
der faschistischen Verbrecherbande hatten ohne Hitler null Macht, und natürlich
überhaupt kein Profil.
Es
gab Krieg, weil Hitler ihn wollte! Kein anderer außer Hitler
wäre je auf den Gedanken gekommen, Juden zu vergasen. Die anderen machten
mit aus Karrieresucht, weil Hitler sie immer wieder dusselig quatschte! Als
Beispiel sei hier nur erwähnt: In den Tagebüchern von Goebbels kann man
immer wieder seine Bedenken über die Pläne und die Vorgehensweise Hitlers
nachlesen. Diese Bedenken überstanden niemals ein Gespräch
mit Hitler! Selbst renommierte Generale, die Hitler ihre Bedenken vortrugen,
verließen das Gespräch mit Hitler voller Zuversicht und Optimismus.
Und
außer dem, um die Schmach von Versailles zu tilgen, brauchte man nicht unbedingt Krieg zu
führen, denn 1939 am Vorabend des Zweiten Weltkrieges war die Wehrmacht
(frühere Reichswehr) bereits wieder stärkste Festlandstreitmacht der Welt. Der Versailler
Vertrag war seit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und der
offenen Wiederaufrüstung ab 1935 praktisch außer Kraft, und die Westmächte
nahmen's hin, ohne mit den Waffen zu zucken. Ja, sie gaben
sogar zu, dass der Vertrag von Versailles ungerecht war, da er den Deutschen
den "Schwarzen Peter" der alleinigen Kriegsschuld zu schob.
Deutschland
war wieder eine Großmacht; Österreich war eingegliedert, die
Sudetendeutschen "Heim ins Reich" geholt, die Entmilitarisierte
Zone schon lange wieder Besetzt, ohne das Frankreich dem ernsthaft etwas
entgegensetzte (obwohl Hitler für diesen Fall die Rückzugspläne parat
hatte!), Wirtschaftlich ging's Deutschland gut, die Krise von 1929 war lange
überwunden, die Arbeitslosigkeit eingedämmt...
Die Generale der Wehrmacht folgten Hitler, weil er zunächst als nationaler
Befreier angesehen wurde (hierbei darf man nicht mit unserem
heutigen Wissen urteilen, sondern muss sich in die Situation der Betroffenen
versetzen, denn was dann folgte, war so nicht voraussehbar). Natürlich
spielten dabei gewisse revanchistische Gründe eine Rolle, nämlich die
Wiederaufrüstung, das Wiedererstarken Deutschlands zur Großmacht in militärischer
als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, und politisches Durchsetzungsvermögen
u.s.w., nicht jedoch Krieg! Im Gegenteil, nach
den historischen Fakten wollten die Generale keinen Krieg:
Als
Hitler 1938 seine Pläne äußerte, die Tschechoslowakei zu zerschlagen,
fand er den gefährlichsten Widerstand für diesen Schritt in der Wehrmacht.
Große Teile des Offizierskorps dachten anders als ihr Führer. Der Sprecher
dieser Gruppe wurde der Generalstabschef Ludwig
Beck (Foto). Er war Fachmann genug,
zu wissen, dass dieser Weltkrieg - der komme, wenn Hitler die Tschechei
zerschlage - den Untergang des Reiches bedeuten muss. Er warnte seine
Vorgesetzten und das Staatsoberhaupt vor verhängnisvollen Entschlüssen.
Beck fand in dem Generalobersten von Brauchitsch Zustimmung, bei Hitler wütende
Ablehnung.
Beck wollte die Generale bewegen, ihren Ämter niederzulegen. Er hoffte,
dann werde Hitler darauf verzichten, sein gewagtes Unternehmen auszuführen.
Brauchitsch teilte zwar mit seinem Generalstabschef die Überzeugung, dass
ein Krieg für Deutschland Unheil bedeuten werde, aber zu dem Schritt, den
Beck vorschlug, konnte er sich nicht entschließen, ebenso wenig die anderen
Generale. Der Mann, der am 30. Juni 1934 seine engsten Mitarbeiter hatte
niederknallen lassen, wäre sicher nicht vor einem Massenrücktritt der
Generale zurückgewichen.
Beck zog daraus für sich die Konsequenz und erklärte im August 1938 seinen
Rücktritt, der von Hitler angenommen wurde. Neuer Generalstabschef wurde
der bayrische General Franz Halder.
Halder
hielt schon 1938 Verschwörung für eine Pflicht des deutschen Offiziers. In
seiner Hand liefen die Fäden eines anderen Komplottes zusammen, das in
diesem Sommer und Herbst des Jahres 1938 ein Teil der deutschen Generalität
zusammenführte.
Sobald es feststand, dass Hitler den Krieg beginnen würde, sollten die
Berliner und Potsdamer Garnison losschlagen. Ihre Kommandeure Erwin von
Witzleben und Graf Brockdorff-Ahlefeld, waren mit Halder im Bunde. Das
Regierungsviertel sollte besetzt werden und Hitler verhaftet werden. Am Ende
sollte wieder ein parlamentarisches Regime errichtet werden.
Die Offiziere wollten nur handeln, wenn die Kriegsgefahr unmittelbar
bevorstand. Nur wenn das deutsche Volk dicht vor der Gefahr seines Lebens
stand, konnte Halder und Witzleben darauf rechnen, dass die Nation auf ihrer
Seite stehen würde. Alles hing davon ab, ob die Westmächte den ernsten
Willen hatten, es lieber zum äußersten kommen zu lassen, als Hitler die
Bastion im Herzen Mitteleuropas einzuräumen. Dann würden die Generale
handeln.
Aber
dieser Wille bestand nicht. Der französische Ministerpräsident Daladier wäre
vielleicht marschiert, anders als sein Vorgänger vor zwei und drei Jahren.
Aber nun war das deutsche Heer zu stark geworden. Er brauchte die Hilfe Großbritanniens.
Der Premierminister Nevill Chamberlain war von der Generalverschwörung
unterrichtet, aber er wollte sich nicht darauf verlassen. Er war zu einer
Verständigung bereit.
Mussolini vermittelte. Am 29. September 1938 unterzeichneten Chamberlain,
Daladier, Mussolini und Hitler in München das Abkommen, das Deutsch-Böhmen
zu einem Teil des Reiches machte. Hitler hatte einen neuen strahlenden
Triumph davon getragen. Halders große Verschwörung war beendet.
Die
Gegnerschaft eines großen Teils des Offizierskorps hätte Hitler auch noch
im Winter 1939 nach dem Sieg über Polen zum Verhängnis werden können,
denn sogleich begannen die Beauftragten Himmlers mit der Jagd auf Juden wie
auf die polnische Führungsschicht. Zur Versklavung der Polen, wie Hitler
sie beabsichtigte, gehörte die Ausrottung der geistig bestimmenden Kreise.
Die Generale stellten Himmlers Mörder vor Kriegsgericht, da ließ Hitler
die Urteile aufheben, und die furchtbare Jagd ging weiter.
Dann
wollte Hitler schon bald die große Westoffensive, und zu seiner Erbitterung
stieß er dabei auf die Einwände der Generalität. Mancherlei floss in ihr
zusammen: die allgemeine, aus sittlichen Ursprüngen herrührende Abneigung
gegen das Regime; die Abneigung gegen den Bruch der belgischen und niederländischen
Neutralität, wie ihn Hitler forderte; schließlich militärische
Besorgnisse darüber, ob eine Offensive wirklich die westlichen Gegner
niederwerfen könne.
In den ständigen Auseinandersetzungen reiften neue Pläne für einen
Staatsstreich. Der Generaloberst Freiherr von Hammerstein, Oberbefehlshaber einer Armee im Westen, lud Hitler zu einem Besuch in sein Hauptquartier ein.
Er wollte ihn verhaften lassen, ihn "erledigen, auch ohne
Prozess". Aber mit seiner raubtierhaften Witterung für kommende
Gefahren sagte Hitler im letzten Augenblick die Fahrt ab.
Generaloberst
Halder besprach mit seinen Kameraden
den Plan, Hitler in Berlin auszuheben und von der Reichshauptstadt aus dem
Staat eine neue, eine ehrenhafte Führung zu geben. Er und seine Freunde
fanden sich zusammen mit den Führern der Widerstandskreise aus der
nichtmilitärischen Welt, mit dem früheren Oberbürgermeister Leipzigs Carl
Goerdeler, dem früheren Botschafter Ulrich von Hassell, dem Rechtsanwalt
Josef Müller und vielen anderen (alles Personen, welche in der späteren
Verschwörung gegen Hitler um Claus Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944
involviert waren!).
Sie nahmen über schweizerische Bekannte und über den Vatikan Verbindungen
mit der Regierung Chamberlains auf. Die britische Regierung verhandelte nur
zögernd, aber schließlich gab Chamberlain doch Versicherungen, die soweit
gingen, wie eine feindliche Regierung im Krieg gehen kann.
Aber
wenn der Oberbefehlshaber des Heeres an der Verschwörung nicht teilnahm,
konnte sie nicht gelingen. Halder hatte sich davon überzeugt, dass ihm die
Generalität nach alter militärischer Überlieferung nicht folgen würde.
Witzleben und Brockdorff-Ahlefeld, die entschlossenen Mitverschwörer von
1938, waren an der Front und damit fern.
Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch,
schwankte, er zauderte, er spürte das ungeheure des Planes, er vermochte
seine Hemmungen nicht zu überwinden. Als ihm Halder die Liste mit
Chamberlains Zusicherungen vortrug, war Brauchitsch empört. Er nannte es
Landesverrat. Wohl aber schwieg schließlich Brauchitsch über die Verschwörung;
er verriet seine Kameraden nicht.
Das
Schicksal der Generalverschwörung gegen Hitler zeigt, wie verwickelt das
Problem des Widerstandes innerhalb des deutschen Militärs war und wie wenig
Schlagworte ausreichen, ein Urteil zu gewinnen.
Ob das Unternehmen Halders gelingen würde, war allein, technisch gesehen,
nicht sicher. Auch waren im Heer seelische Widerstände zu überwinden. Der
Treueid mochte manchem eine bequeme Ausflucht sein, er band aber auch andere
in ihrem Gewissen.
Im weiterem Verlauf des Krieges kam ein Umstand hinzu, dessen psychologische
Folgen nur zu schätzen, nicht genau zu errechnen oder zu beweisen sind:
Hitler schenkte siegreichen Feldherrn große Summen. Und da
Hitlerdeutschland zunächst beträchtliche außenpolitische und militärische
Erfolge verbuchen konnte, wurden die Staatsstreichpläne immer wieder zu den
Akten gelegt. Dazu kam, dass Hitler nicht mit Beförderungen und
Auszeichnungen geizte. Allein am 19. Juli 1940, nach dem Sieg in Norwegen
und im Westen, ernannte Hitler 12 Generalfeldmarschälle, darunter von
Brauchitsch, von Kluge, von Witzleben, von Reichenau, Keitel, und 18
Generaloberste, darunter Halder, Guderian, Hoepner und Fromm. Von den Beförderten
und Ausgezeichneten dachte vorläufig keiner mehr an einen Staatsstreich.
Des weiteren wurden die Generale von Zweifeln bedrängt, ob die Truppe den
Befehl zum Staatsstreich folgen werde. In das Offizierskorps, aber auch
unter den Mannschaften waren im Laufe der Jahre zahlreiche gläubige
Nationalsozialisten eingeflossen. Niemand vermochte zu sagen, ob sie ihren Generalen
nicht den Gehorsam verweigerten, wenn der Befehl kam, Hitler zu verhaften.
Eine
andere Sache ist die: Wenn Hitler nicht der imperialistische Eroberer,
sondern der nationale Befreier gewesen wäre, für den ihn Anfangs auch die
Generale hielten (nur deshalb folgten sie ihm), dann hätte man noch im Sommer
1940 den Krieg beenden können! Denn hätte sich der deutsche Führer
im Augenblick eines grandiosen militärischen Sieges, zu einem großmütigen
politischen Verhalten entschlossen, indem er mit Frankreich einen Vertrag
der Verständigung schloss, die besetzten Gebiete unverzüglich räumte und
einen hundertjährigen Frieden für Europa verkündete, so wäre auch kein
Churchill in der Lage gewesen, die Kriegsflamme am Leben zu halten. Aber da Hitler ein Wahnsinniger, ein offensichtlich
Geistesgestörter
war, kam das, was uns heute als Geschichte bekannt ist.
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(3)
Hitlers
Generale von links nach rechts:
Keitel, v.Rundstedt, v.Bock, Göring, Hitler, v. Brauchitsch, v.Leeb,
List, v.Kluge, v.Witzleben, Reichenau |
Andere
Verschwörungen gegen Hitler gab es auch anderswo: Als Hitler während des
Krieges 1944 neue Uniformen in einem Eisenbahnwaggon besichtigen wollte, sollte
er dabei umgelegt werden. Leider jedoch brannte besagter Waggon in der Nacht
vor der Besichtigung nach einem Bombenangriff aus.
Der Offizier Henning von Tresckow versuchte mehr als einmal Hitler zu
beseitigen. Ein Versuch war die Geschichte mit den angeblichen Cognac-Flaschen:
Tresckow war zu diesem Zeitpunkt Oberst an der Ostfront in Smolensk. Am 13. März
1943 besuchte Hitler die Heeresgruppe Mitte, die da von Generalfeldmarschall
Hans v. Kluge befehligt wurde. Während des Mittagessens bei der
Heeresgruppe übergab Leutnant Fabian von Schlabrendorff (Vertrauter Tresckows) auf Befehl
Tresckows einem Begleitoffizier Hitlers ein Paket - die angeblichen Cognac-Flaschen, gut verpackt - mit zwei Zeitzünderminen für den Rückflug.
Hitler begab sich nach der Besprechung mit Kluge zum Flugplatz Smolensk
Nord. Das Flugzeug startete nach Ostpreußen. Nach Tresckows Berechnung
musste die Bombe in Höhe von Minsk explodieren, das Flugzeug zerreißen und
über Minsk abstürzen. Hitlers Maschine wurde von zwei Jägern begleitet.
Diese Jäger standen mit der Heeresgruppe in Funkverbindung. Als das
Flugzeug über Minsk war, kam keine Nachricht. Eine Stunde später ging die
Meldung ein, dass Hitler wohlbehalten in Rastenburg gelandet war. Die
(englischen) Zeitzünder hatten versagt: Die Aktentasche mit der Bombe wurde
durch einen Zufall in das unterkühlte Gepäckfach gelegt, wo der Zünder
zwar anschlug, aber keine Detonation verursachte.
Alle
Versuche seitens Henning von Tresckows, Hitler zu beseitigen, blieben dem Führer
der Nazi-Deutschen völlig unbekannt. Tresckows Verschwörungskollege,
Leutnant Fabian von Schlabrendorff, gelang es, die angeblichen (gut
verpackten u. damit unkenntlichen) Cognac-Flaschen zurück zu holen mit der
Begründung, es sei eine Verwechslung gewesen...
Übrigens
8 Tage nach der misslungenen Cognac-Flaschen-Aktion sollte Hitler im
Berliner Zeughaus eine Ausstellung der Heeresgruppe Mitte besichtigen.
Tresckow fragte den Freiherr von Gersdorff, ob er willens sei, Hitler dabei
zu begleiten und sich mit ihm in die Luft zu sprengen. Gersdorff erklärte
sich bereit und erhielt die Bombe. Während der Unterhaltung sagte Tresckow:
"Ist es nicht ungeheuerlich, dass hier zwei Generalstabsoffiziere der
Wehrmacht sich überlegen, wie sie am besten ihren Obersten Befehlshaber töten
können? Aber es muss sein." Hitler jedoch, wie von einem sechsten Sinn
für Gefahren gewarnt, hastete in wenigen Minuten durch die Ausstellung. Die
Bombe, auf 15 Minuten eingestellt, konnte Gersdorff im letzten Moment entschärfen.
Im
Spätsommer 1943 war dem Obersten v. Tresckow (später Generalmajor) bewusst,
dass sämtliche Verschwörungsaktionen gescheitert waren (er involvierte
u.a. die Generale von Kluge und Manstein, die zwar Tresckows Ansichten
teilten, aber den Mut zum Handeln nicht aufbrachten), er erkannte dass es
sinnlos war, in Generale oder Marschälle Aufstandserwartungen zu setzen.
Doch
am 10. August 1943 traf Tresckow endlich in Berlin einen ebenbürtigen
Verschwörer: den schwerverwundeten, aber vor Tatenlust sprühenden
Generalstabsobersten Claus Graf von Stauffenberg...
Einen
Tag nach dem gescheiterten Attentatsversuch vom 20. Juli 1944 in den
Morgenstunden des 21. Juli fuhr der Generalmajor Henning von Tresckow mit
dem Jeep in den Wald Nordostwerts Nowosiolki ins Niemandsland weit hinter
der deutschen Front, schon beängstigend nahe an der russischen, ließ
seinen Fahrer und die Begleiter warten - er gab vor, etwas erkunden zu
wollen -, täuschte mit Pistolenschüssen einen Partisanenüberfall vor und
setzte sich eine Gewehrgranate an die Schläfe. Er wusste, bei den
Ermittlungen der Gestapo über die Hintergründe des Attentats würde man
unweigerlich auf ihn kommen...
General von Stülpnagel, ebenfalls an der Verschwörung um Stauffenberg
beteiligt, wurde nach Berlin beordert, er wollte sich im Schnellzug nach
Berlin erschießen, setzte aber die Waffe nicht gut an und schoss sich Blind.
General von Kluge, ein Onkel Tresckows, wurde abberufen. Unterwegs nach
Berlin bei Metz, nahm er Gift.

(4) Henning von Tresckow hier noch
im Rang eines Oberst
Da
Henning von Tresckow in Potsdam seine Heimat hatte, der er sich in preußisch-militärischer
Tradition äußerst verbunden fühlte, wurde dort nach der Wiedervereinigung
Deutschlands eine Strasse nach ihm benannt.
22
Angehörige der Generalität der deutschen Wehrmacht kamen unmittelbar oder
mittelbar im Zusammenhang mit den Ereignissen des 20. Juli 1944 ums Leben.
Zwei Generale fielen dem missglückten Attentat auf Hitler zum Opfer:
Generaloberst Günter Korten (Generalstabschef der Luftwaffe) und General
der Infanterie Rudolf Schmundt (Chef des Heerespersonalamts).
19 Generäle und ein Admiral wurden hingerichtet oder starben durch eigene
Hand, nämlich: vier Generalmajore (Herfurth, Oster, Stieff und von
Tresckow), zwei Generalleutnante (von Hase und Thiele), sieben Generale
(Fellgiebel, Lindemann, Olbricht, von Rabenau, von Stülpnagel, Freiherr von
Thüngen und Wagner), ein Admiral (Canaris) und drei Generalfeldmarschälle
(von Kluge, Rommel und von Witzleben).
Und
eigentlich muss man einen 23. Angehörigen der Generalität noch mit hinzu zählen,
nämlich: Generalleutnant Hans Graf von Sponeck (Abbildung Nr. 5).
Sponeck hatte im Dezember 1941 während des Russlandfeldzuges die Aufgabe,
die Halbinsel Kertsch gegen sowjetische Angriffe zu sichern, allerdings mit
völlig unzureichenden Kräften (nur 46. Division u. eine rumänische
Brigade). Die Chancen waren aussichtslos. Keine Funkverbindung, ohne
Aussicht auf Verstärkung und entgegen den Befehlen fasste er am 29.
Dezember 1941 den für seine Truppen rettenden Entschluss, zur Räumung der
Halbinsel.
Hitler machte ihm daraufhin den Prozess mit folgendem Todesurteil, welches
auf Betreiben Generaloberst Haase's in Festungshaft umgewandelt wurde.
Nach dem 20. Juli 1944 in der Nacht zum 23. Juli gab Himmler den jeglicher
Grundlage entbehrenden und rechtswidrigen (und damit MORD) Befehl zur
Erschießung des Generals, - OBWOHL er nicht im Geringsten etwas mit der
Verschwörung um Stauffenberg zu tun hatte, ja, nicht zu tun haben KONNTE!
Der Befehl wurde am 23. Juli 1944 um 7:13 Uhr vollstreckt und strengstes
Stillschweigen darüber befohlen.
Ende November 1944 wurden bis auf 40 Reichsmark sämtliche Vermögenswerte
der Witwe des Generalleutnants beschlagnahmt und sie selbst am 8. Februar
1945 festgenommen und ins "Arbeitserziehungslager" Rotenfels
verfrachtet, von wo aus ihr am 6. April 1945 während einer Verlegungsaktion
infolge der Annäherung französischer Truppen die Flucht gelang.
Bildquellen:
(1) und (4): Ullstein Bilderdienst; (2) und (3): Heinz Bergschicker
"Deutsche Chronik 1933-1945" 1981 Verlag der Nation Berlin, (5)
Privat, Ursprung unbekannt.
©
2002 by Torsten Migge

Quellen:
-
"Preußische Profile" Sebastian Haffner / Wolfgang Venohr, Verlag
Ullstein GmbH 1986,
-
"Hitler" Joachim Fest, Verlag Ullstein GmbH & Co. Kg 1973,
-
"Staatsstreich. Der Lange Weg zum 20. Juli" Joachim Fest, Wolf
Jobs Siedler Verlag, Berlin, 1994,
-
"Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen
Hitler." Peter Hoffmann, München 1996 (überarbeitete Auflage),
-
"Widerstand gegen Hitler und das Attentat vom 20. Juli. Probleme des
Umsturzes" Peter Hoffmann, München 1993 (überarbeitete Auflage),
-
"Hitler's
Personel Security. Protecting the Führer 1921-1945" Peter
Hoffmann, Da Capo Press, Dezember 2000,
-
"Verhöre. Die NS-Elite in den Händen der Alliierten 1945"
Richard Overy, Econ Ullstein List Verlag GmbH &Co. Kg, 2002,
-
"Der NS-Staat" Ian Kershaw, Rowohlt Verlag GmbH 1988,
-
"Deutsche Geschichte im letzten Jahrhundert" Paul Sethe, Verlag
Heinrich Scheffler 1960.




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