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Allgemein:
Mit dem Einfall Japans in die Mandschurei entstand am 19. August
1931 der erste Kriegsherd. Als Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf
Hitler zum Reichskanzler ernannte und die NSDAP die Macht in Deutschland
übernahm, wuchs die Kriegsgefahr in Europa. Deutschland betrieb unter
Hitlers Führung eine rücksichtslose Hochrüstung, von der auch die
neue Kriegsflotte profitierte. Die Errichtung der faschistischen
Diktatur bedeutete den Beginn der unmittelbaren Kriegsvorbereitung, die
im März 1938 mit der Annektierung Österreichs durch Deutschland, und
der Okkupation der Tschechoslowakei am 15. März 1939 ihren Höhepunkt
erreichte. Die Wehrmacht hatte bei ihren Einsätzen im spanischen
Bürgerkrieg 1936 bis 1939, als sie die faschistischen Franco-Truppen
unterstützte, ihre "Generalprobe" für den zweiten Weltkrieg.
Allerdings hatte die Kriegsmarine vor Ibiza während des spanischen
Bürgerkrieges hohe Verluste, als das Panzerschiff
"Deutschland" durch eine Bombe republikanischer Flieger
getroffen worden war.
Inzwischen hatte sich ein faschistischer Block mit dem Abschluss des
Antikomminterpaktes am 25.11.1936 zwischen Deutschland und Japan
herausgebildet. Das faschistische Italien, das 1935 in Äthiopien
eingefallen war und am 07.04.1939 Albanien annektiert hatte, schloss
sich 1937 den Block an: Achse Berlin-Rom-Tokio. Mit dem japanischen
Überfall auf den amerikanischen Flotten-Stützpunkt Pearl Harbor in
Hawaii 1941 trat nicht nur Japan offiziell in den zweiten Weltkrieg ein,
sondern wurde auch die USA in den Krieg gezwungen und dieser auf den
Stillen Ozean erweitert. Zuvor entfesselte das faschistische Deutschland
mit dem Überfall auf Polen am 01. September 1939 den zweiten Weltkrieg.
Frankreich und Großbritannien erklärten daraufhin Deutschland den
Krieg (3.9.1939). Am 9. April 1940 fiel die Wehrmacht in Dänemark und
Norwegen ein, am 10. Mai 1940 wurde die Niederlande und Belgien
überfallen und der Feldzug gegen Frankreich begonnen. Die Wehrmacht
überrannte geradezu Westeuropa, ein neues Wort verbreitete Angst und
Schrecken: Blitzkrieg. Am 22. Juni 1941 fiel die Wehrmacht in die
Sowjetunion ein, und 1941 schickte das Oberkommando der Wehrmacht (OKW)
deutsche Truppen zur Verstärkung der italienischen Verbündeten nach
Nordafrika.
Als
Erich Raeder im Jahre 1928 die Leitung der Reichsmarine übernahm,
steckte der Neuaufbau der Flotte noch in den Anfängen. Nach dem ersten
Weltkrieg hatten die Vertragstexte von Versailles (später auch das
deutsch-englische Flottenabkommen vom Juni 1935) für alle
Schiffsklassen eine Höchsttonnage festgelegt. Um die Beschränkungen zu
entgehen, operierte die Reichsmarine und später auch die Kriegsmarine
einfach mit falschen Zahlen. Viele Neuaufbauten waren um zehn bis
zwanzig Prozent, in manchen Schiffsklassen sogar um dreißig Prozent
größer als zulässig. Raeder hatte diesen Betrug nicht nur geduldet,
sondern ausdrücklich angeordnet.
Auch in Punkto der U-Boote wurde der ab dem 10.01.1920 in Kraft
getretene Versailler Vertrag übergangen. Noch 1920 hatte die
Germania-Werft und die Vulkan-Werft mit Zustimmung der Marineleitung die
Konstruktionsunterlagen der Boote U-142 und U-117 an Japan verkauft. In
Japan wurden nach diesen Unterlagen unter Aufsicht deutscher
Konstrukteure U-Boote gebaut, bei deren Erprobung auch ein früherer
U-Boot-Offizier teilnahm. Etwa zur selben Zeit gründeten drei deutsche
Werften unter dem Namen einer Deckfirma in den Niederlanden ein
Konstruktionsbüro für U-Boote, in dem dreißig deutsche Ingenieure und
Konstrukteure beschäftigt waren. Nach den in den Niederlanden
erarbeiteten Plänen wurde mit Unterstützung der Leitung der
Reichsmarine 1925 für die Türkei ein 250-Tonnen-Boot gebaut. Etwas
später vergab die Marineleitung Entwicklungs- und Bauaufträge für ein
750- und ein 1000-Tonnen-Boot nach Finnland. Die Probefahrten dieser
beiden U-Boote wurden bereits zur praktischen Ausbildung von See- und
Ingenieuroffizieren der künftigen deutschen U-Boote genutzt. Weitere
Entwicklungs- und Bauaufträge wurde an schwedische und spanische
Werften vergeben. Die Probefahrt des in Spanien gebauten U-Bootes fand
1931 ausschließlich unter deutscher Leitung und mit deutschem Personal
statt. Später organisierte die Marineleitung einen Verkauf dieses
Bootes an die Türkei, die es unter dem Namen "Gür" in
ihre Kriegsmarine einreihte. Dieses Boot, das nach den Forderungen der
Marineleitung gebaut worden war, war der Prototyp des 862-Tonnen-Bootes
I A. Ein erneuter Bauauftrag an eine finnische Werft ist 1930 vergeben
worden. Dieses 250-Tonnen-Boot wurde der Prototyp für die späteren
U-Boote U-1 bis U-24, die in zwei Varianten gebaut wurden.
1932 begann die Reichsmarine mit der illegalen Ausbildung von
U-Boot-Besatzungen. Nach Errichtung der faschistischen Diktatur wurde
der Aufbau der U-Boot-Waffe beschleunigt vorangetrieben. Unter
strengster Geheimhaltung wurden Maschinen, Apparaturen und Zubehör für
12 der 250-Tonnen-Boote in Kiel eingelagert und Baukapazitäten für 6
weitere Boote dieses Typs geschaffen. Am 29. Juni 1935 wurden die ersten
12 U-Boote in Dienst gestellt und schon 1937 bestanden drei
U-Boot-Flottillen. Bereits im März 1935 hatte die deutsche Regierung
die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages außer Kraft
gesetzt, die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt, den offenen
Aufbau von Luftstreitkräften und die Aufstellung von Panzerverbänden
begonnen.
Im Frühjahr 1939 setzte Raeder ein klotziges Bauprogramm bei Hitler
durch, den sogenannten Z-Plan, der vor allem gegen Großbritannien
gerichtet war. Für seine Verwirklichung waren fünf bis sechs Jahre
vorgesehen. Es sollte eine Flotte von 10 Großkampfschiffen, 15
Panzerschiffen, 4 Flugzeugträgern, 49 Kreuzern, 158 Zerstörern und
Torpedobooten, 75 Schnellbooten, 227 Minensuch- und Räumbooten sowie
249 U-Booten gebaut werden. Die Kriegserklärung Großbritanniens machte
diesen weitgespannten Plan zunichte.
Im Polenfeldzug fielen der Kriegsmarine nur untergeordnete Aufgaben zu.
Ein altes Linienschiff, die "Schleswig Holstein", lag Ende
August 1939 im Hafen von Neufahrwasser bei Danzig an der Pier, angeblich
zu einem Freundschaftsbesuch. Als Hitler den geplanten Angriffstermin
nicht einhalten konnte, wurde der "harmlose" Besuch kurzerhand
um einige Tage verlängert. Am Morgen des 1. September beschoss das
deutsche Kriegsschiff aus günstiger Position die polnischen
Befestigungsanlagen auf der Westerplatte, fügte der völlig
überraschten Besatzung schwere Verluste zu und ermöglichte auf diese
Weise die handstreichartige Besetzung Danzigs durch Hitlers Truppen.
Erich Raeder arbeitete die Operation "Weserübung" zur
Invasion Norwegens aus. Er stützte sich auf eine Studie des
Vizeadmirals Wegener, der bereits 1926 im Falle einer erneuten
kriegerischen Auseinandersetzung mit Großbritannien die Okkupation
Norwegens und Nordfrankreichs gefordert hatte. Raeder bedrängte schon
im Oktober 1939 Hitler, obwohl dieser wünschte, dass die
skandinavischen Länder neutral blieben. Aber Raeder ließ nicht locker,
er wollte große Taten für seine Marine. Durch die Errichtung von
Flottenstützpunkten auf norwegischem Boden, sollte der U-Boot-Krieg
intensiviert und eine günstige Angriffsbasis gegen die Ostküste
Großbritannien geschaffen werden. Zögernd stimmte Hitler zu. Gemeinsam
mit dem OKW-Stabsoffizieren arbeitete die Seekriegsleitung in kurzer
Frist den Operationsplan aus. Im April 1940 begann der gewagte Sprung in
die norwegischen Häfen. Dänemark wurde "aus rein strategischen
Gründen" gleich mitbesetzt. Allerdings verliefen diese Besetzungen
für die deutsche Kriegsmarine teilweise ziemlich ungünstig. Im Kampf
um den Erzhafen Narvik erlitten die Zerstörerflottillen katastrophale
Verluste und im Oslofjord sank der funkelnagelneue schwere Kreuzer
"Blücher", (Insider berichteten, dass das Schiff noch gar
nicht gefechtsbereit gewesen war...). Ins Fjord vor Narvik liefen 10
deutsche Zerstörer ein, worauf die Briten mit einem Verband aus
mehreren Zerstörern und dem Schlachtschiff "Warspite" in das
Fjord einliefen und alles kurz und klein schossen.
Am 22. Juni 1940 kapitulierte Frankreich im Wald von Compiègne.
Marschall Pétain, der "Verteidiger von Verdun", übernahm die
französische Regierungsgewalt und begann mit Deutschland
zusammenzuarbeiten. Die französische Kriegsmarine, die der deutschen
überlegen war, trat in diesem Krieg kaum in Aktion und blieb selbst in
der Stunde höchster Gefahr untätig. Das Gros der französischen Flotte
versenkte sich im Hafen von Toulon selbst. Aber auch die deutsche Marine
hatte am Frankreichfeldzug - außer einiger Unternehmungen der
Schnellboote und anderer leichter Verbände - kaum Anteil gehabt. Nur
die U-Boote waren gewissermaßen als Flankensicherung in See geschickt
worden, wozu sie allerdings bei einem massiven Angriff der gemeinsamen
französischen und britischen Flotte überhaupt nicht in der Lage
gewesen wären. Nachdem die deutschen Truppen am 20. Mai zum Kanal
durchgebrochen waren, konzentrierte die britische Flotte ihre ganze
Kraft darauf, die abgeschnittene und bei Dünkirchen eingekreiste
Expeditionsarmee vom Festland zu evakuieren. Es gelang ihr, 340.000
Mann, darunter 90.000 Franzosen, unter Zurücklassung der gesamten
Ausrüstung und aller Waffen nach England zu schaffen. Die deutschen
U-Boote versuchten den die Strasse von Dover überquerenden Strom von
Wasserfahrzeugen zu stören, was jedoch angesichts der aufgebotenen
britischen Flotte erfolglos blieb.
Noch im gleichen Jahr, im Hochgefühl der Blitzsiege über Frankreich,
Belgien und Niederlande, drängte Erich Raeder Hitler zu einer
Angriffspolitik im Mittelmeer. Er forderte den Krieg gegen den
"Hauptgegner England", plädierte im März 1941 für die
Besetzung ganz Griechenlands. Nur in einem Punkt vertrat er eine andere
Meinung als Hitler: die Aggression gegen die Sowjetunion hielt er erst
dann für zweckmäßig, wenn Großbritannien besiegt war. Als die
Weisung für den "Plan Barbarossa" erfolgte, ließ Raeder
sechs Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion den Angriff auf
sowjetische U-Boote in der Ostsee eröffnen.
Der Fall "Athenia": Admiral Karl Dönitz, Befehlshaber der
U-Boot-Flotte, hatte schon vor Kriegsanbruch mehrere U-Boote (am
22.08.1939 in Wilhelmshaven ausgelaufen) an den Zufahrtswegen für die
Hafen Glasgow, Liverpool und Cardiff stationiert. Am 3. September 1939,
als Großbritannien in den Krieg eintrat, griff U-Boot U-30 unter dem
Kommando des Oberleutnant Lemp südlich der Rockhall-Bank einen
unbewaffneten englischen Passagierdampfer an, der sich auf dem Weg nach
Amerika befand. Die 13.600 Bruttoregistertonnen große "Athenia"
sank nach zwei Torpedotreffern; hundertzwölf Menschen ertranken. Die
Geschichte wiederholte sich: Genau wie im ersten Weltkrieg ein deutsches
U-Boot den Passagierdampfer "Lusitania" versenkte, wurde hier
erneut ein Terrorakt deutscher U-Boote inszeniert. Die britische
Regierung erhob scharfen Protest. Auf die Anfrage des Auswärtigen Amtes
erwiderte Dönitz, ein deutsches U-Boot käme für die Versenkung nicht
in betracht, da in diesem Seegebiet gar keine deutschen Boote stünden.
Das war eine glatte Lüge. Dönitz selbst hatte seinem Kommandanten die
Standorte angewiesen und ihnen den Befehl zur Eröffnung der
Feindseligkeiten gegeben. U-30 kehrte nach einigen Wochen nach
Wilhelmshaven zurück. Die entsprechende Eintragung im Logbuch wurde
einfach gefälscht.
Als am 14.09.1939 U-39 westlich der Hebriden den völlig ungesicherten
britischen Flugzeugträger "Ark Royal" angriff, verlor die
Marine ihr erstes U-Boot. U-39 versenkte sich quasi selbst, denn schon
der erste auf die "Ark Royal" abgefeuerte Torpedo war ein
sogenannter Frühdetonierer, der unmittelbar vor dem U-Boot explodierte
und den Stahlmantel des Bugs zerriss, so dass U-39 mit dem größten
Teil seiner Besatzung in die Tiefe des Atlantischen Ozeans versank.
Das Versagen des Torpedos
(Typ- u. Funktionsinfo hier) war der Auftakt einer Reihe von
Schwierigkeiten, mit denen die U-Boot-Besatzungen während des gesamten
Krieges zu kämpfen hatten. Viele Torpedos versagten. Immerwieder kam es
vor, dass die Torpedos, obwohl sie als Treffer beobachtet wurden, nicht
detonierten. So schoss ein Boot im November 1939 westlich der Orkneys
einen Dreierfächer auf das Schlachtschiff "Nelson". Die
Torpedos wurden als Treffer ermittelt, aber sie explodierten nicht. Zu
diesem Zeitpunkt hielt sich kein Geringerer als Churchill an Bord der
"Nelson" auf.
Während der Besetzungsoperation Norwegens schossen deutsche U-Boote im
Fjord vor Narvik nicht weniger als fünf Torpedos auf das britische
Schlachtschiff "Warspite" ab, die allesamt nicht explodierten.
Die Quote lag bei 50% Versagern.
Kleinere U-Boote wurden auch als Minenleger
(Infos Minenleger hier) eingesetzt. Die 250-Tonnen-Boote vom Typ II,
die sogenannten Einbäume, waren für den Tonnage-Krieg nicht sonderlich
geeignet, da sie nicht lange in See bleiben konnten. Also kam man auf
die Idee, diese Boote unbemerkt in den gegnerischen Fahrwassern Minen
verlegen zu lassen, was auch in der Praxis recht gut gelang.
Anfängliche Zweifel wurden durch zunehmende Erfolgsmeldungen
ausgeräumt.
Zum Anfang des zweiten Weltkrieges wurde allerdings - genau wie im
ersten Weltkrieg - die taktische Schlagkraft der U-Boote sowohl von
deutscher, als auch von britischer Seite weit unterschätzt. Als drei
Tage nach dem Verlust von U-39 Kapitänleutnant Schuhar 200 Seemeilen
westlich der irischen Küste sogar den Flugzeugträger "Courageous"
versenkte, schien das ein Beweis zu sein, dass der Einsatz der U-Boote
erfolgreicher werden würde, als man bisher annahm.
Um die nötige Geltung für seine U-Boote zu erreichen, wollte der
Oberbefehlshaber der U-Boote Dönitz, eine Operation, die Schlagzeilen
machte und die taktische Stärke der U-Boote auf effektvolle Weise
deutlicher denn je zeigte. In Kapitänleutnant Prien
(Prien-Info hier) fand Dönitz einen Mann, der kaltblütig genug
war, ein solches gewagtes Unternehmen durchzuführen. Und so bekam Prien
den Auftrag, in die Bucht von Scapa Flow, wo sich einst die kaiserliche
Flotte selbst versank und wo die Heimatbasis der britischen "Home
Fleet" war, einzudringen und britische Schiffe zu versenken. Am 13.
Oktober 1939 gelang es Prien mit U-47 tatsächlich in die Bucht
einzudringen. Allerdings waren fast alle britischen Schiffe Stunden
vorher ausgelaufen. Prien versenkte lediglich das Schlachtschiff
"Royal Oak". Der Untergang kostete 824 Matrosen das Leben.
Für die britische Flotte bedeutete dieser Schlag blutiges Lehrgeld für
die Unterschätzung der U-Boot-Gefahr.
Prien kehrte nach Wilhelmshaven zurück und wurde das neue Idol der
U-Boot-Fahrer. Die Idee des geglückten Unternehmens war von Dönitz
schon lange vorher, noch in Friedenszeiten, geboren worden. Das beweisen
die Eintragung
ins Kriegstagebuch der U-Boot-Führung (hier lesen), das später,
nach dem Krieg, in Nürnberg dem Internationalen Militärgerichtshof als
Beweisstück vorgelegen worden war.
Am 13. August 1940 eröffnete die deutsche Luftwaffe den verschärften
Luftkrieg gegen England. Die Royal Airforce verlor bis Oktober 1940 900
Kampfflugzeuge und die deutsche Luftwaffe verlor 1.700 Flugzeuge.
Zur gleichen Zeit setzte auch der verschärfte U-Boot-Krieg ein. Der
Masseneinsatz von U-Booten ("Rudeltaktik") brachte der
deutschen Kriegsmarine bis Anfang 1943 noch große Erfolge. Allerdings
verlor die U-Boot-Waffe auch viele Boote und damit die bewährten
Mannschaften und erfahrensten Kommandanten (allein im März 1941 kamen
einige ihrer legendärsten Kommandanten um: Prien,
Schepke u. Kretschmer - letztere beide am selben Tag). Aber auch die
"zweite Generation" - die einstigen Wachoffiziere, die
inzwischen zu Kommandanten aufgerückt waren, blieben nach und nach auf
der Strecke. So fiel beispielsweise am 21. Dezember 1941 mit der
gesamten Besatzung von U-567 Kapitänleutnant Endraß nordöstlich der
Azoren. 1939 war er als I WO unter Prien in Scapa Flow gewesen. Ein
halbes Jahr später fand der ehemalige II WO des Prien-Bootes,
Oberleutnant zur See von Varendorf, als Kommandant von U-213 im
Nordatlantik mit der gesamten Besatzung den Tod. Anfang 1942 befand sich
bereits die "dritte Generation" von U-Boot-Kommandanten und
Mannschaften auf Frontbooten, - Offiziere und Matrosen, die sich erst
während des Krieges zur U-Boot-Waffe gemeldet hatten oder zu ihr
abkommandiert worden waren. Entsprechend unerfahren waren komplette
Mannschaften, die Marine hatte Nachwuchsprobleme, darüber hinaus auch
Ausbildungsprobleme, denn unter dem Zeitdruck bei der Ausbildung litt
natürlich die Qualifikation. Ein Beispiel dieser Auswirkungen ist das
Schicksal von U-570
(Info hier). Die Verluste der U-Boot-Waffe betrugen bis August 1942
bereits 3.803 Mann, davon waren 1.959 gefallen, 696 vermisst und 1.148
in Gefangenschaft geraten. Das waren 38 Prozent der Kampfstärke.
Dennoch machten die "Grauen Wölfe" selbst in entferntesten
Gebieten - z.B. unmittelbar vor der amerikanischen Küste - teilweise
mit großen Erfolgen die See unsicher. So operierte U-166 im Sommer 1942
im Mississippi-Delta, wo es am 30. Juli 1942 nach der Versenkung des
Passagierdampfers "Robert E. Lee" durch Wasserbomben schwer
beschädigt wurde und fast 1.500 Meter tief auf den Grund des
"Mississippi Canyon" sank (Infos
zur Legende um U-166 hier klicken).
Vom Januar 1942 bis zum April 1943 wurden über 7 Millionen BRT bei
einem Verlust von 145 U-Booten versenkt. Seit dem Sommer 1942
überstiegen die alliierten Neubauten die Verluste:
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März
/ Juni 1942 =
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2,8
Mill. BRT Verluste - 1,5 Mill. BRT Neubauten
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Juli
/ Sept. 1942 =
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2,0
Mill. BRT Verluste - 2,3 Mill. BRT Neubauten
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Januar
/ Juni 1943 =
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2,2
Mill. BRT Verluste - 6,4 Mill. BRT Neubauten
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Die
Überwasserkampfeinheiten im Atlantik brachen ab dem Untergang des
modernsten Schlachtschiffes "Bismarck" im Mai 1941 zunehmend
zusammen. Eines der gewaltigsten deutschen Schlachtschiffe, die
"Gneisenau", war auf eine Mine gelaufen und schwer beschädigt
worden. Danach, als das Schiff auf der Kieler Werft zur Reparatur lag,
wurde es mehrmals von britischen Bombern getroffen und sein Deck von
Bränden verwüstet. Fahruntüchtig musste es an einen weniger
gefährdeten Ort abgeschleppt werden, nach Gotenhafen (ehemals
polnischer Hafen). Ebenfalls in Gotenhafen lag der einzige deutsche
Flugzeugträger, die "Graf Zeppelin". Halbfertig, ohne
Flugdeck und Geschütze wurde der Bau nach dem Untergang der
"Bismarck" eingestellt. Einst sollte der Flugzeugträger
Schlachtschiffe und Panzerschiffe bei ihren Vorstößen im Atlantik
unterstützen, feindliche Geleitzüge aufklären und einen Luftschirm
über dem Verband bilden.
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Schlachtschiff
"Gneisenau"
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Flugzeugträger
"Graf Zeppelin"
beim Stapellauf
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Flugzeugträger
spielten eine ganz entscheidende Rolle. Engländer und Amerikaner
besaßen solche schwimmenden Flugplätze. Deutschland hatte keinen
einzigen aufzuweisen. Im Tonnagekrieg verließ sich die Seekriegsleitung
allein auf die U-Boote. Obwohl im ersten Weltkrieg Großbritannien trotz
12,7 Millionen BRT versenkten Handelsschiffraumes nicht zu
Zugeständnissen zu bewegen war, glaubte die deutsche Führung, England
durch Blockade in die Knie zwingen zu können. Eine britische Studie
hatte ergeben, dass täglich allein 50.000 Tonnen Nahrungsmittel
eingeführt wurden, wofür man etwa 150 Handelsschiffe (täglich!)
benötigte. Eine Untersuchung des OKM (Oberkommando der Marine) kam zu
einem ähnlichen Ergebnis. Etwa 2.500 Handelsschiffe waren ständig für
England unterwegs. Das Britische Empire besaß 1939 einen
Handelsschiffraum von 18 Millionen BRT. Mit verhältnismäßig
beschränkten Mitteln glaubte die deutsche Führung die überseeischen
Verbindungen Großbritanniens unterbrechen zu können. In einem
erhaltenen Protokoll einer Besprechung Hitlers mit führenden Militärs
am 23. Mai 1939, an der auch Erich Raeder teilnahm, heißt es:
"Wenn wir im Krieg (erster Weltkrieg = anm. des Verfasseres) 2
Panzerschiffe und 2 Kreuzer mehr gehabt hätten und die
Skagerrak-Schlacht am Morgen begonnen hätte, dann wäre die britische
Flotte geschlagen worden und England wäre in die Knie gezwungen worden.
Es hätte das Ende des Weltkrieges bedeutet. Früher genügte es nicht,
die Flotte zu schlagen, man musste landen, um England zu besiegen.
England konnte sich selbst ernähren. Das ist heute nicht mehr möglich.
Im Augenblick, wo England von seiner Zufuhr abgeschnitten ist, ist es
zur Kapitulation gezwungen. Der Angriff der Luftwaffe gegen England im
Mutterland zwingt England nicht an einem Tag zur Kapitulation. Wird
jedoch die Flotte vernichtet, so ist unmittelbar die Kapitulation die
Folge...". Dennoch blieben große Einsätze sowohl der deutschen
Marine, als auch der britischen Marine aus. Der uneingeschränkte
U-Boot-Krieg richtete sich hauptsächlich gegen Handelsschiffe und deren
Besatzungen.
Bildquelle:
Heinz Bergschicker "Deutsche Chronik 1933-1945" 1981 Verlag
der Nation Berlin
Quellen:
"Geschichte der Deutschen Kriegsmarine - Von den Anfängen bis
1945" © 1989 by Torsten Migge und Reiner Ebert, Lammler-Verlag München.
"The U-Boat War in the Atlantic" Ed.: Ministery of Defence (Navy),
Clay Blair "Der U-Boot-Krieg", München 1999,
Modern Military Branch, National Archives and Records Administration,
S.E.Morison "The Battle of Atlantic" Boston 1955,
Ronald Macintyre "The Battle of the Atlantic" London 1961,
Paul Herbert Freyer "Der Tod auf allen Meeren".




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